Maurach, Martin: »Ein Deutscher, den wir erst jetzt erkennen«

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Beschreibung

Maurach, Martin
"Ein Deutscher, den wir erst jetzt erkennen"
Heinrich von Kleist zur Zeit des Nationalsozialismus

564 Seiten, 30 Abbildungen. Heilbronner Kleist-Studien 8

Der 125. Todestag Heinrich von Kleists im Jahre 1936 fiel in die frühen Jahre des aggressiv expandierenden, scheinbar erfolgreichen Nationalsozialismus. Er wurde mit großem propagandistischem Aufwand begangen, da der vermeintlich ›patriotische‹ Dichter eine ideale Vorlage dafür zu bieten schien, den deutschen Faschismus aus preußischen Traditionen zu legitimieren. Roland Freisler, der spätere Vorsitzende am sogenannten Volksgerichtshof, sah 1933 »Frontsoldatengeschlecht« und »Jugend« zur Macht gekommen. Für beide Stereotypen schien Kleist eine ideale Projektions- und Identifikationsfigur. Diese Arbeit zeichnet anhand zahlreicher Quellen nach, wie die nationalsozialistische Aneignung Kleists funktionierte, im Theater, im Erziehungswesen, in den Aktivitäten der Kleist-Gesellschaft u.v.a. Darüber hinaus wird gezeigt, wie sich auch Widerstand und Exil mit Kleist auseinandersetzten, und es werden die Vor- und Nachgeschichte des Nationalsozialismus einbezogen.

Martin Maurach, Promotion und Habilitation in Neuerer deutscher Literaturwissenschaft, derzeit Privatdozent an der Universität Kassel. Veröffentlichungen zur Kleist-Rezeption, zur Gegenwartsliteratur und zur deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts.

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