6 Käthchen-Postkarten (Ramberg)

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Beschreibung

6 »Käthchen«-Postkarten in Mäppchen
Radierungen nach Aquarellen von Johann Heinrich Ramberg


»Das Käthchen von Heilbronn« in Radierungen nach Aquarellen von Johann Heinrich Ramberg

Johann Heinrich Ramberg (Hannover 1763-1840) ist einer der ersten, der sich künstlerisch mit Kleists »Käthchen von Heilbronn« auseinandergesetzt hat. Das Gemälde, das Moritz von Schwind drei Jahre vorher in Wien gemalt und ausgestellt hatte, hat er ganz gewiß nicht gekannt, er mußte also die Bildgestaltung selbst erfinden. Ramberg hatte das Glück, durch die dynastischen Beziehungen zwischen Hannover und England ein Stipendium zum Studium in London zu erhalten, wo er von 1781 bis 1788 lebte und besonders von Hogarth beeinflußt wurde. 1793 wurde Ramberg dann Hofmaler in Hannover. Bekannt wurde er aber vor allem mit seinen Buch-, Almanach- und Taschenbuchillustrationen, für die er höchstes Lob (z. B. von Schiller) und abfällige Kritik (z. B. von E.T.A. Hoffmann) erfuhr. Zu der Zeit der »Käthchen«-Illustrationen 1829, sechs Aquarellen, die bis auf eines im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover erhalten sind, war er so mit Aufträgen überhäuft, daß er die Radierungen nach diesen Aquarellen, die 1831 im »Taschenbuch zum geselligen Vergnügen« erschienen, von vier verschiedenen Stechern ausführen ließ. Nur der Text der jeweils dargestellten Szene ist abgedruckt, so daß man davon ausgehen muß, daß das Theaterstück bereits allgemein bekannt war. Ramberg stellt Schlüsselszenen des Dramas dar: den Traum in der Silvesternacht, die erste Begegnung zwischen Käthchen und dem Grafen in der Werkstatt des Vaters, die Briefübergabe, die Rettung aus dem brennenden Schloß durch einen Cherub, die Holunderbuschszene und die Anerkennung Käthchens als Kaisertochter und Braut des Grafen mit dem wütenden Abgang von Kunigunde. Gesten, Mimik und Stellung der Figuren lassen darauf schließen, dass eventuell eine Theateraufführung das Vorbild war, ganz besonders bei der Holunderbuschszene. Es wird immer wieder betont, dass die meisten Nachstiche von anderen Künstlern nicht der feinen Vorzeichnung Rambergs gerecht werden, so müssen wohl auch hier einige Einbußen gegenüber den Aquarellen konstatiert werden.

Barbara Wilk-Mincu

 

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